Handarbeit
Im Fach ”Handarbeit” geht es um das Erüben und Pflegen der Fingerfertigkeit im sinnvollen Arbeiten und Gestalten von Gebrauchsgegenständen, die im praktischen Leben ihren Platz haben.
Wie ein roter Faden zieht sich der Handarbeitsunterricht in der Waldorfschule durch das Labyrinth der 12 Schuljahre hindurch. die Aufgaben die (handwerklich und gestalterisch) erarbeitet werden, orientieren sich an der Entwicklung des jungen Menschen.
In den Klassen 1-3 liegt der Schwerpunkt in der Übung der Fingerfertigkeit, der Geschicklichkeit vor allem anhand des Strickens, das beide Hände einzeln und im Zusammenspiel schult.
In der Entwicklung des Viertklässlers wird ein Schritt zum Gegenüber gemacht. Ich und Welt in ein neues Verhältnis zu bringen, sich abzugrenzen, finden Ausdruck im Kreuzstich und in der Entwicklung gespiegelter Formen.
Socken Stricken in der 5. Klasse gilt vor allem als Willensübung, mit dem starken Element des eigenständigen Ergreifens und Wiederholens komplizierter Arbeitsabläufe.
Mit dem Beginn größerer und komplizierterer Näharbeiten ab der 6. Klasse wird auch Geometrie an Hand von Formen und deren Verwandlung durch Umkehr geschult. So entsteht aus einem Bild der Schnitt und nach dem Zusammenfügen, wenden und ausstopfen ein plastisches Gebilde, z.B. eine Puppe oder ein Tier.
In der Oberstufe geht der Handarbeitsunterricht mit Sachkunde und der Geschichte der Industrialisierung über zu einem professionellen Handwerk. Der Lehrer wird zum Lehrmeister. Kleidungsstücke werden maßgerecht als Schnitt entwickelt und geschneidert. In diesen Bereich können Schustern, Spinnen und Weben in Verbindung mit Technik gehören (9. / 10. Klasse). Die Klassen 11 und 12 haben Kartonage und Buchbinden.
Handarbeitsunterricht an der Waldorfschule ist mehr als eine Unterweisung in Handarbeitstechniken.
Die Ausbildung der Fingerfertigkeit steht in enger Verbindung mit der Ausbildung und Reifung eines gesunden Denkvermögens. Handwerkliche Tätigkeit und künstlerisches Empfinden in Form und Farbe werden miteinander in ein Verhältnis gebracht in der Herstellung sinnvoller Dinge. Die Gewissheit, sich selbst helfen, Kleidung und Gebrauchsgegenstände reparieren oder selbst herstellen zu können, stärkt das Selbstbewusstsein.
Um die künstlerischen Gestaltungskräfte der Kinder und Jugendlichen entwickeln zu helfen, bemühen wir uns um vielerlei Anregungen und Ideen.